Der neue SJR-Vorstand (v.l.n.r.): Sahzaid Akhtar, Friederike Meyer, Alexander Bleich, Sabine Huck, Benjamin Haak und Melanie Hopp (es fehlt Günther Menth)

Stärkere Kooperation mit Jugendforum

Stadtjugendring wählt neuen Vorstand

Im Mittelpunkt der jüngsten Mitgliederversammlung des Stadtjugendrings Baden-Baden (SJR) stand die Neuwahl des Vorstands. Während sich der bisherige Vorsitzende Alexander Bleich zur Wiederwahl stellte, kandidierte die bisherige Vize Tanja Poggio-Kuhn nicht mehr, auf den Plätzen der BeisitzerInnen gab es ebenfalls ein Stühlerücken.

Bleichs konkurrenzlose Wiederwahl war eine klare Angelegenheit. Als vorrangige Ziele für die kommenden zwei Jahre seiner Amtszeit nannte er den Ausbau der Aktivitäten des Vereins sowie die Steigerung des Bekanntheitsgrads. Zudem soll seine Attraktivität für die Mitgliedsverbände gesteigert werden. Auch eine stärkere Kooperation mit dem Jugendforum sieht er als erstrebenswert an. Bei der Wahl für den Posten des 2. Vorsitzenden konnte sich Sahzaid Akhtar (THW) gegen Alexander Ferch von der Juso AG Baden-Baden durchsetzen. In Abwesenheit, aber mit seinem Einverständnis, als Kassenwart wiedergewählt wurde Günther Menth. Neu auf dem Schriftführerposten ist Melanie Hopp (Schülersprecherin an der Robert-Schuman-Schule). Komplettiert wird der neue SJR-Vorstand durch die drei BeisitzerInnen Benjamin Haak, Sabine Huck und Friederike Meyer.

In den vergangenen Monaten absolvierten wieder 17 TeilehmerInnen erfolgreich die Schulung zur Erlangung der Jugendleiter-Card (Juleica). Bei der diesjährigen „Kurstadt-Tour“, dem Fahrrad-Event für die ganze Familie, konnten 600 Teilnehmer verzeichnet werden. Auch beim Riesen-Wiesen-Fest am ersten Juli-Wochenende kamen mit rund 3.000 Besuchern so viele wie noch nie. Trotz gewisser Probleme – Umzug auf einen neuen Campingplatz, Anschaffung eines neuen Busses, da der alte den Geist aufgab, konnten  in diesem Jahr sogar zwei Korsika-Freizeiten durchgeführt werden. Zum Teil überraschende Ergebnisse erbrachte eine Umfrage unter über 500 Schülern.

 

Wünsche und Bedürfnisse

Jugendliche fühlen sich nicht besonders Willkommen in Baden-Baden

Was bewegt Baden-Badener Jugendliche? Wenn man die öffentliche Diskussion verfolgt, fallen einem dabei schnell Skaterpark und Disco ein. Der Stadtjugendring Baden-Baden (SJR), die Dachorganisation der  örtlichen Jugendverbände, wollte es genauer wissen. Auf Initiative des seinerzeitigen Vorstandsmitglieds Günther Beile wurde im Vorfeld der Kommunalwahl 14-18-jährigen Schülerinnen und Schülern eine Fragebogen vorgelegt, in dem um Auskunft nach ihren Wünschen und Bedürfnissen in Bezug auf Ferien- und Freizeitangebote, Schulen, Benachteiligung Jugendlicher, Internetangebote und einiges mehr gebeten wurde. Dabei konnten die Antworten unterschiedlich gewichtet werden: sehr wichtig – wichtig – nicht wichtig. Überraschend ist nicht nur die große Zahl derer, die bei der Aktion mitgemacht haben – rund 550 Schülerinnen und Schüler –, sondern auch manches Ergebnis.

So steht etwa bei der Frage nach weiteren Freizeitangeboten nicht der eingangs erwähnte Skaterpark an erster Stelle, sondern der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten des Hallenbades an Wochenenden, gefolgt von der Schaffung eines Beachvolleyplatzes. Längere Öffnungszeiten der Jugendtreffs am Wochenende standen auf der Wunschliste ebenfalls weit oben. Im Abschnitt Schule favorisiert wurden das Angebot eines preiswerten und gesunden Mittagstischs sowie die Renovierung der Klassenzimmer und Fachräume. Als außerordentlich wichtig wird von den kurstädtischen Jugendlichen die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze angesehen, dicht gefolgt von der von bezahlbarem Wohnraum für Familien. Dass diese beiden Punkte so weit vorne stehen, zeigt für Günther Beile, dass das soziale Empfinden unter den Schülern deutlich ausgeprägt ist. Aufgefallen ist ihnen auch, dass zahlreiche Radwege im Stadtgebiet Gefahrenstellen beinhalten, deren Beseitigung gewünscht wird. Ein Punkt schließlich sollte manchem Erwachsenen zu denken geben: der Wunsch nach Schaffung einer verbesserten Atmosphäre für Jugendliche in der Stadt, denn das heißt, Jugendliche fühlen sich bis jetzt nicht besonders Willkommen in Baden-Baden.

Die große Beteiligung an der Umfrage verleiht ihr einen durchaus repräsentativen Charakter. Sie kann Anregungen bieten und unter Umständen helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden. Beile hofft deshalb auch, dass er sie auch noch dem Jugendhilfeausschuss vorstellen kann. In jedem Fall möchte er die Ergebnisse den Schulen zukommen lassen, zumal er diesen für ihre aktive Mitarbeit besonders dankbar ist. Dass Skaterpark oder Disco nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen, heißt nicht, dass sich nicht von einer Mehrzahl der Jugendlichen gewünscht werden. Die Umfrage zeigt vor allem aber, dass viele Wünsche der Jugendlichen mit gar nicht so großem Aufwand und Geld erfüllt werden könnten.

Wer sich für die genauen Ergebnisse der Umfrage interessiert, kann sie auf der Homepage des Stadtjugendrings herunterladen. 

Michael Schneider