Foto: Steinbeis Business Academy

Mit „Tandem Plus“ ins Berufsleben radeln

Die Steinbeis Business Academy in Gernsbach vereint Theorie und Praxis

Wie hältst Du es mit der Theorie und Praxis? Man hat den Schulabschluss vor Augen oder in der Tasche, da taucht die T- und P-Frage auf und erinnert an das längst vergessene Kinder-Rätsel mit der Henne und dem Ei: Was kommt zu erst, die Theorie oder die Praxis und diese Frage füllt ganze Regale an philosophischen und wissenschaftstheoretischen Abhandlungen. Das Verhältnis von neustem theoretischem Wissen und der wirtschaftlichen Praxis beschäftigte auch Ferdinand von Steinbeis: Er war ein Motor der Industrialisierung Württembergs, Präsident für Gewerbe und Handel im damaligen Königreich und Mitinitiator bei Schulgründungen. Steinbeis kam zu dem Schluss, dass theoretisches Wissen und praktisches Können eng verzahnt werden müssen, ein ständiger Wissenstransfer gewährleistet werden muss  und so gilt Steinbeis als Vater der dualen Ausbildung. Heute ist er Namensgeber der privaten Steinbeis Bildungszentren, die aus der Steinbeis-Stiftung als Träger hervorgingen. 1998 wurde die Steinbeis-Hochschule-Berlin gegründet, 2001 die Steinbeis Business Academy (SBA), deren Hauptsitz mittlerweile in Gernsbach ist mit etwa 30 Ausbildungsorte und die formal der Hochschule angegliedert ist.

Allein die SBA hat derzeit ca. 1800 aktiv Studierende und die Aus- und Weiterbildungsangebote werden ständig um neue Themenschwerpunkte und Berufsfelder weiterentwickelt.  

 

Den Übergang in die Wissensgesellschaft begleiten

Die Steinbeis-Einrichtungen setzen auf win-win Situationen zwischen der Erarbeitung von theoretischem Wissen und betrieblicher Praxis. Eine enge Vernetzung zwischen betrieblichen Herausforderungen und wissenschaftlich fundierten Antworten wird angestrebt. Die SBA setzt dabei auf Kooperationen zu den Unternehmen wie auch zu anderen Bildungseinrichtungen. Die Studiengänge sollen die Potentiale und Anforderungen der Wissensgesellschaft widerspiegeln. Die Studenten bearbeiten als Berufstätige firmenspezifische Projekte, begleitet von dem Wissen von Professoren und Lehrkräften. So entsteht in der konkreten Projektarbeit neues Wissen, Ideen oder Lösungen, die im Unternehmen umgesetzt werden können. Die Projektarbeiten werden auch in den Seminaren diskutiert.

 

Die Bachelor-Abschlüsse

Eingeteilt sind die verschiedene Studiengänge in den Bachelor of Business Administration (BBA) – ein berufsbegleitendes betriebswirtschaftliches Studium – und den Bachelor of Arts (B.A.), ein berufsbegleitendes fachorientiertes Studium. Nach einer Grundlagenphase mit Fächern wie VWL, BWL, Finanzmanagement, Marketing, Projektmanagement, Wirtschaftsrecht oder Kommunikation, kommt eine Vertiefungsphase mit drei Fächern je nach Branche und Fachrichtung. Eine Studienreise ins Ausland meist über das Unternehmen ist obligatorisch. Leistungsnachweise sind Klausuren in den Kursen, Fallstudien und Präsentationen, Projektstudienarbeiten und vor allem die Projektarbeit, die in der Bachelor-Thesis abschließend dokumentiert wird. Diese Arbeit am Projekt begleitet das ganze Studium als Leitthema und ist integraler Bestandteil des Studiums. Die BBA-Studiengänge reichen von „SocialBBA“, über „TourismBBA“ bis zu „Product EnergeeingBBA“, „Social Medical BBA“ oder „Business Psychology“. Die B.A.-Studiengänge von „Public Healthcare“ über „Hebamme/Entbindungspflege“ bis zu „Ergotherapie und Management“.

Ständig erweitert sich das Studienangebot. Die Studiengänge richteten sich bisher nicht an Berufsanfänger sondern an bereits Berufstätige und sie ermöglichen auch erfahrenen Berufstätigen ohne Abitur den Zugang zu einem Hochschulabschluss.

 

„Tandem Plus“

Das Studienkonzept „Tandem Plus“ im dualen System steht für eine Doppelqualifizierung:  Berufsausbildung, Studium mit einem staatlich und international anerkannten Abschluss im kaufmännischen oder verwaltungstechnischen Bereich und Zertifizierung zum SBA-Projektleiter. Auch hier steht eine Projektarbeit im Unternehmen im Mittelpunkt. Voraussetzungen sind Abitur mit einem Ausbildungsvertrag oder Abitur. Die Mittlere Reife reicht nur bei abgeschlossener Berufsausbildung und vier Jahren Berufserfahrung als Zugang. Englischkenntnisse dokumentiert in einem Englischtest, ein Eignungsgespräch, hohe Lernbereitschaft und überdurchschnittliches Engagement sind weitere Voraussetzungen, denn die Unterrichtseinheiten finden  samstags statt und verlangen Eigeninitiative. Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester, Abiturienten können das Studium bis zu zwei Semester verkürzen. Das Studium besteht aus Grundlagenseminaren und Vertiefungsseminaren. Themengebiete sind u.a. BWL, VWL, Wirtschaftsrecht, wissenschaftliches und methodisches Arbeiten, Unternehmensführung, Marketing, Finanzmanagement und sogenannte Soft Skills wie Präsentations- und Moderationstechniken, Wirtschaftspsychologie oder interkulturelles Management. Eine Auslandstudienreise ist obligatorisch. Leistungsnachweise sind projektbezogene Hausarbeiten, Präsentationen, Klausuren und Cases. Zwei Arbeiten werden verfasst und ein Projekt wird im Unternehmen konkret durchgeführt, dokumentiert und daraus wird eine Bachelor-Thesis erstellt.

Die Studiengebühr ist in Monatsraten zahlbar. Der Hauptstudienort ist in Gernsbach. Die Fortführung zum Master ist möglich. 

> Volker Gerhard

 

Nähere Informationen und Beratung bei der Steinbeis Business Academy, Eisenlohrstr. 23, 76593 Gernsbach. Tel. 07224/ 620080, www.steinbeis-academy.de