Erster bundesweit ausgerufener Boys' Day

Auch im Landkreis Rastatt durchgeführt

Rastatt, 15.4.2011 – In den Schulen gab es am 14. April getrennte Wege für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse. Während etliche Mädchen zum Girls` Day in technischen Betrieben verschwunden waren, suchten die Jungen das Weite, um in den Beruf des Erziehers oder Pflegers hineinzuschnuppern. Diese einmal jährlich stattfindende, bundesweit ausgerufene Aktion will junge Menschen für einen Tag Einblick in regionale Betriebe geben. Dabei liegt das Augenmerk auf der Erweiterung des Berufswahlspektrums. Deshalb schauen die interessierten Mädchen sich in traditionellen Männerberufen um, umgekehrt sollen Jungen in Kindergärten, Kranken- und Pflegeeinrichtungen die Nase reinstecken.

Was sich mit der Aktion Girls` Day seit über zehn Jahren zwischenzeitlich gut eingespielt hat, läuft jetzt langsam auch für die Jungen an. Zur besseren Vernetzung haben sich im Landkreis Rastatt die Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit und die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Rastatt und des Landkreises sowie das Schulamt zusammengetan. Ziel ist die Bekanntmachung des Aktionstags an den Schulen und Werbung in den regionalen Betrieben. Für das erste Jahr kann sich das Ergebnis sehen lassen: Fünf Rastatter Kindergärten, das Klinikum Mittelbaden und die Elly-Heuss-Knapp-Schule Bühl sowie einzelne private Einrichtungen haben einen Aktionstag speziell für die Jungs gestaltet. Bei den Kindergärten standen Vorlesen, Bauen, Spielbegleitung und Mithilfe beim Aufbau sportpädagogischer Elemente auf dem Programm. Eine neue Erfahrung war dabei, von den Kleinen sehr ernst genommen und als Spielkamerad unersetzlich zu werden. Gemeinsames Frühstück vorbereiten, Stuhlkreis, kleine Experimente, toben und sich wieder sammeln, die Vielfältigkeit des Berufs Erzieher konnte an diesem Tag praktisch erlebt werden.

Etwas anders ging es in der Krankenpflegeschule des Klinikums Mittelbaden zu. Nach der Besichtigung des Hubschrauberlandeplatzes, dem Auseinandernehmen eines Torsos oder dem Aufziehen einer Spritze lernten die interessierten Jungen die Kurzzeitpflege-Station und die Notaufnahme kennen. Ansprechend an diesem Beruf fanden die Jungen im Alter von 13 Jahren die Mischung aus technischem Know-how und Sozialkontakt. Ob sie sich vorstellen könnten, in einem solchen Beruf zu arbeiten? "Sehr gut", antworteten zwei Jungen, die bereits praktische Erfahrungen in der Jugendfeuerwehr gesammelt haben. "Und die Berufsaussichten sind ja auch nicht gerade schlecht", überlegte ein anderer mit ernster Miene. Die Auseinandersetzung mit neuen Berufen hat also stattgefunden. Bleibt zu hoffen, dass im nächsten Jahr noch mehr Jungen neugierig werden auf diesen Aktionstag.