Informationsbroschüren und vor allem das persönliche Gespräch waren den Ständen der Aussteller gefragt (Fotos: Th. King)

Eine Messe von Schülern für Schüler

Ausbildungsmesse der Carl Netter Realschule hilft bei Berufsorientierung

Bühl, 29.4.2011 – Zum siebten Mal fand Anfang April die Ausbildungsmesse der Carl Netter Realschule statt und bot den Schülern mit knapp 50 ausstellenden Firmen und elf Schulen viele Möglichkeiten sich zu informieren. Anhand eines Fragebogens konnten die Schüler die Messe erkunden, an den Ständen mit Mitarbeitern der Firmen sprechen und bei Vorträgen Genaueres erfahren. Viele der Betriebe schickten Auszubildende, da es den Schülern leichter falle mit jungen Leuten zu sprechen und auch Fragen wie etwa „Was verdienst du eigentlich?“ zu stellen, so Andreas Rapp, Lehrer für Technik, EWG (Erdkunde, Wirtschaftslehre und Gemeinschaftskunde) der die Ausbildungsmesse zusammen mit Daniela Leiser, Lehrerin für Mathematik, Sport und EWG, organisierte.

Dabei wurden sie von 30 Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse unterstützt, die in einer AG bei der Organisation halfen. Sie luden die Firmen ein, veranstalteten einen Informationsabend, baten zum Pressegespräch und bauten die Stände mit auf. Jeder Schüler der AG betreute zwei Firmen, von den Schülern wurde erwartet, dass sie sich um den Stand und die Aussteller kümmern und Verantwortung übernehmen, betont Rapp. Das Interesse der Schüler in der AG mitzuarbeiten ist groß, im letzten Jahr meldeten sicht etwa 80 Schüler an. Das seien zu viele, so die Organisatoren, deshalb habe man ein Auswahlverfahren eingeführt. Dabei achteten Andreas Rapp und Daniela Leiser vor allem auf die Deutschnote, mindestens eine Zwei war nötig, da viele der vorbereitenden Arbeiten einen sicheren Umgang mit der deutschen Sprache erfordern und auch PC-Kenntnisse wurden vorausgesetzt.

Mit der Messe ist die Arbeit allerdings noch nicht getan, es müssen noch ein Quiz ausgewertet und Dankesbriefe an die Betriebe geschrieben werden. Alles in allem nimmt die Vor- und Nachbereitung der Ausbildungsmesse rund 60 Stunden in Anspruch doch die Mühe wird belohnt. Schüler die regelmäßig anwesend waren und ihren Betrieb während der Messe erfolgreich betreut haben erhalten am Ende des Schuljahres ein Zertifikat über ihre Arbeit. Das sei bei vielen Firmen eine Art „Türöffner“, so Rapp. Wer das Zertifikat vorweisen kann, habe es oft leichter einen Ausbildungsplatz zu finden. Zudem haben die Schüler die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sind.

Die Bühler Ausbildungsmesse ist für Firmen sehr attraktiv, da die Realschule keine Standgebühren verlangt und Schüler von Durmersheim über Gernsbach bis Achern einlädt. Das Angebot richtet sich besonders an die Klassen 8-10. In diesem Jahr waren die Kapazitäten der Schule voll ausgelastet. „Für mehr Firmen hätten wir einfach keinen Platz mehr gehabt“, so Leiser. Und das obwohl man die Klassen 5-7 auf einen Ausflug geschickt hatte um möglichst viele Räume zur Verfügung zu haben.

50 Firmen und elf weiterführende Schulen präsentierten sich auf der Ausbildungsmesse in Bühl


Eine der Besonderheiten der Ausbildungsmesse ist der Veranstaltungsort, „Schule riecht nach Schule“, erklärte Rapp, in dieser Umgebung fiele es auch Schülern anderer Schulen leichter, auf die Betriebe zuzugehen. Von diesen erwarteten die Veranstalter, dass sie mit den Schülern interagieren und mehr bieten als nur Kugelschreiber zu verteilen. Denn in Zeiten des Auszubildendenmangels werden solche Messen immer wichtiger, Ausbildungsbetriebe müssen sich den Schülern attraktiv präsentieren und den Berufsweg Ausbildung schmackhaft machen. Denn immer weniger Schüler beginnen nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung, 80 Prozent der Abgänger der Carl Netter Realschule wechseln auf eine weiterführende Schule, wie beispielsweise ein Technisches Gymnasium. Woran das liegt, wisse er auch nicht, meint Rapp, sonst könnte er versuchen gegenzusteuern aber derzeit sei er ratlos. Vielleicht liege es daran, dass die Schule der bequemere Weg ist, der den man kennt. Auch die Elternhäuser sieht er in der Pflicht. Für viele Schüler sei eine Ausbildung der bessere Weg. In der Region Mittelbaden stehen eine große Auswahl und eine hohe Anzahl an Ausbildungsplätzen zur Verfügung, diese sollten die jungen Menschen nutzen. So macht es sich die Ausbildungsmesse der Carl Netter Realschule zum Ziel, die Schüler gut zu informieren und zu helfen, dass sie sich für den für sie richtigen Weg nach dem Realschulabschluss entscheiden.

www.realschule-buehl.de

> Theresa King