„Was macht die Kunst?“

Kunstmatinee in der Klosterschule vom Hl. Grab Baden-Baden

Baden-Baden, 5.10.12 – Am Sonntagmorgen, 30.9., war es soweit, die Türen öffneten sich und die Klosterschule vom Hl. Grab eröffnete feierlich ihre erste offizielle Kunstmatinee in den kürzlich eingeweihten neuen Musiksälen.

Unter dem treffenden Motto „Was macht die Kunst?“ präsentierten Schülerinnen und Schüler mit ihren Kunstlehrern eine Auswahl der im Unterricht entstandenen Arbeiten aus Klasse neun bis zwölf.
In der Matinee konnten sich Schüler, Eltern und Lehrer, viele Ehemalige und weitere Gäste in den großzügigen Räumen selbst ein Bild davon machen, was im Kunstunterricht genau passiert.
Die Schulleiterin, Frau Ziegler, begrüßte die zahlreichen Gäste, sie dankte den Schülern und Kollegen für ihr sichtbares und außergewöhnliches Engagement und sprach auch den anwesenden Architekten noch einmal ihre Anerkennung für die so hervorragend gelungene Umgestaltung der nun vielseitig nutzbaren Räume aus.

Die Begrüßung wurde, wie an der Klosterschule mit ihrem musischen Schwerpunkt kaum anders vorstellbar, natürlich auch musikalisch umrahmt. Mit Klaviermusik, einem Duo für Querflöte und Oboe sowie einem furiosen Solo für Klarinette gaben die Schüler auf hohem Niveau einen kleinen Einblick in ihr Können.

Dann führte StR Frank Dreckmann in die Ausstellung ein: „Eine in der Kunstwissenschaft gern und immer wieder gebrauchte Metapher ist die, dass Bilder wie Fenster funktionieren. Fenster, durch die man in andere Welten schauen und durch die man Neues erfahren kann. Auch die ausgestellten Bilder hier sollen heute Fenster sein, durch die Sie einen kleinen Einblick in den Fachbereich Kunst erhalten. Und vielleicht werden Sie feststellen, dass Bildung tatsächlich auch etwas mit Bildern zu tun hat.“

Die insgesamt 28 Projekte aus den Bereichen Plastik, Malerei, Grafik und Fotografie sorgten für einen abwechslungsreichen wie kurzweiligen Vormittag.

Die Arbeit „digital fake“ z.B. beschäftigte sich mit der Frage, ob und wie sich die Fotografie im digitalen Zeitalter verändert hat. Ein Streetart-Projekt setzte sich kritisch mit aktuellen Bildern aus den Medien auseinander. Die dabei entstandenen Ergebnisse, durchaus laut und provokativ, waren aber mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Ganz im Gegensatz dazu stand eine ganz leise fotografische Arbeit einer 9. Klasse. Sie trug den treffenden Titel „Klein begegnet Groß“. Hier wurde die eigene Wahrnehmung auf das Kleine gelenkt, das sich nicht aufdrängt, sondern behutsam auftritt. So behutsam, dass die Zuschauer Mühe hatten, alle Fotografien dieser Serie zu entdecken.

Zum Schluss seiner Einführung dankte Herr Dreckmann für die vielfältige Hilfe und Unterstützung, so auch dem „Verein der Freunde“, der für die Gäste kulinarische Raffinessen vorbereitet hatte und sagte: „Es freut mich, dass wir hier in diesen schönen neuen Räumen die Gelegenheit bekommen, den Arbeiten der Schüler die Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, die sie sicher verdient haben. Schön, dass Sie alle Ihren Sonntag hier verbringen und ich bin davon überzeugt – es lohnt sich.“ Recht hatte er.