Die Saftbar hatte bereits Premiere – sie ist abernur eines von insgesamt drei Projekten, das die Schüler der Berufsoberschule für Sozialwesen im Rahmen der ersten Baden-Badener Schülergenossenschaft realisieren wollen (Foto. V. Gerhard)

Robert-Schuman-Schule geht voran

Die erste Schülergenossenschaft der Region ist auf dem Weg

Baden-Baden, 25.1.13 – Eine Saftbar, ein Lebenswelten-Buchprojekt und nützliche Dienstleistungsangebote im Alltag sind die drei Betätigungsfelder, die von der neuen Schülergenossenschaft „Generoso“ (Spanisch für großzügig) von den Schülern der Berufsoberschule für Sozialwesen der Robert-Schuman-Schule entwickelt wurden. Der Anstoß eine Genossenschaft zu gründen kam von der Volksbank Baden-Baden · Rastatt 2012, in dem Jahr, das die Vereinten Nationen zum Jahr der Genossenschaften erklärten.

„Schülerfirmen sind nichts neues, aber mit einer Genossenschaft kann auf ideale Weise unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung kombiniert werden“, wie der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Thomas Pörings erklärte. Die Idee stieß bei der Robert-Schuman-Schule auf offene Türen und die Berufsoberschule für Sozialwesen ist geradezu prädestiniert für eine Genossenschaft, trifft hier doch Berufserfahrung häufig in sozialen Berufen der Schüler auf das Fach Wirtschaft im Unterricht auf dem Weg zum Abitur, erklärte die Schulleiterin Reinhilde Kailbach-Siegle. Die Schüler der Berufsoberschule SO2 gingen mit Engagement und sozialer Sensibilität an die Aufgabe heran, was die verantwortliche Projektorganisatorin und Lehrerin Petra Feld hervorhob. Auch die vielen Geschäftsideen mit sozialem Hintergrund, die intensiv von den Schülern diskutiert wurden, begeisterten den Projektleiter Rolf Eckert. Philipp Schneider erläuterte dann den 29 angehenden Genos-sen  der Berufsoberschule die Geschäftsideen, die schließlich gewählt wurden. Die Saftbar hatte bereits Premiere und am Tag der offenen Tür der Schule am letzten Samstag seine erste große Bewährungsprobe. Die Idee, die realisiert werden soll, ist, zu relativ niedrigen Preisen Vitamine und Energie unter die Schülerschaft zu bringen. Das Lebenswelten-Projekt möchte die Lebensgeschichten und Erlebnisse von Menschen sammeln. Gespräche mit Alt und Jung, Menschen, die nicht so im Fokus der Zeit stehen, werden geführt. Man setzt auf die aufbauende Kraft der Gespräche und möchte die Geschichten schließlich in einem Buch veröffentlichen. Das dritte Projekt hat direkten Dienstleistungscharakter: Behördengänge, Einkäufe oder die Heranführung an die digitale Welt für ältere Menschen oder sozial Benachteiligte zu einem erschwinglichen Preis hat es auf seine Fahnen geschrieben.

Die Geschäftsideen und der Name „Generoso“, der den sozialen Gedanken der Genossenschaft unterstreicht, stehen. Große Gewinne strebt die Genossenschaft nicht an, aber sie soll sich nachhaltig wirtschaftlich tragen. Jetzt stehen noch rechtliche Formalitäten und die Verbandseintragung an. Ein Vorstand muss gewählt werden, die Unternehmensgremien müssen sich konstituieren, Mitgliederversammlungen abgehalten werden und künftig muss eine Bilanz erstellt werden. Denn als reale Genossenschaft steht dann „Generoso“ unter Verbandsaufsicht.

Und das ist ein Unterschied zu sonstigen Schulprojekten: Die Genossenschaft muss sich in der wirtschaftlichen Realität bewähren. Bei allen organisatorischen und rechtlichen Fragen steht die Volksbank unter Federführung von Carsten Mansfeld, Leiter Unternehmenskommunikation und Recht, beratend zur Seite: Ohne dieses Wissen wäre das Projekt kaum realisierbar, erklärten die Verantwortlichen der Robert-Schuman-Schule unisono.

 

Volker Gerhard