Anna Katharina Köpnick (li.) sowie Sebastian Mirow und Mattes Herre (von re.) vom Theater Baden-Baden mit den Mitwirkenden des Liebeslyrik-Projekts bei den Proben auf der TIK-Bühne

Von der „Magie des Theaterraums“

Liebeslyrik-Projekt mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Hohenbaden hat am Donnerstag im TIK des Theaters Baden-Baden Premiere

5.2.13 – Das Lampenfieber bei den Beteiligten steigt. Am vergangenen Freitagnachmittag hatte für sie das letzte Probenwochenende begonnen, am Donnerstag, 7.2., um 18 Uhr, steht für zehn Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses am Gymnasium Hohenbaden die Premiere für ihr Liebeslyrik-Projekt „Am Glücke kleben“ auf dem Spielplan des Theaters Baden-Baden.

Seit Ende der Herbstferien beschäftigten sie  sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Gabi Weber sowie Anna Katharina Köpnick, Mattes Herre und Sebastian Mirow vom Theater Baden-Baden zunächst im Klassenzimmer jeden Freitag mit dem Liebeslyrik-Projekt, das zum dritten mal durchgeführt wird und auch noch zweimal im Rahmen des Festivals „Fit fürs Abi in 5 Tagen“ gezeigt wird.

Die Gedichte, die letztlich vorgetragen werden, beruhen alle auf Vorschlägen der Schülerinnen und Schüler, berichtet Anna Katharina Köpnick im Vorfeld der Probe – dafür wurde gegoogelt und auch ganz traditionell in Büchern gesucht, die in den heimischen Regalen standen. Neben Liebesgedichten aus verschiedenen Epochen – vom Minnesang über Rainer Maria Rilke bis zu Bert Brecht und Wolf Wondra-tschek  –  kommen auch zahlreiche zeitgenössische Songtexte, zum Beispiel von den Ärzten oder Element of Crime zur Aufführung.  

Eingebettet ist das diesjährige Projekt in eine Rahmenhandlung, die auf einer einsamen Insel spielt, bei der auch „eine Lyra für eine Insel der Lyrik“ (Anna Katharina Köpnick) nicht fehlt. Eine besondere Herausforderung für die jungen Darsteller ist das Singen eines Liedes  – ohne Begleitmusik. Dass sie auch dies mit Bravour meistern werden, sind sich alle Beteiligten sicher. Gabi Weber: „Alle, die hier mitmachen, sind ,Überzeugungstäter“, die sich eher dreihundert- als zweihundertprozentig einbringen“. Die vier Jungen und sechs Mädchen profitieren von dem Literatur- und Theaterkurs nicht nur notenmäßig beim Abi (alle mit Punktezahlen im Topbereich), sondern auch persönlich. Schon durch das Lernen und Vortragen der Gedichte hätten sie „einen beson- deren inneren Bezug zu den Texten hergestellt“, so Mattes Herre.

Und seit die Proben auf der Bühne des TIK stattfinden, habe sie auch die „Magie des Theaterraums“ (Sebastian Mirow) vollends erfasst und sie seien mit Spaß bei der Sache, wenn die Gedichte durchs Sprechen quasi zum Leben erweckt werden. Da sie dabei einiges an Redetechnik mitbekommen, vor allem aber erfahren, was es bedeutet, vor Publikum zu sprechen, lernen sie tatsächlich etwas fürs Leben bei dem Liebeslyrik-Projekt. Das so – kurz vor dem Abitur – ein „krönendes Abschlussprojekt“ (Gabi Weber) ihrer Schullaufbahn darstellt.