Eröffnungs-Talkrunde: Ingo Zenkner (Agentur für Arbeit), Josef Stößer (IHK) und Alexander Wanner (KIT) diskutieren mit Moderator Tilman Strobel von der Einstieg GmbH (v.l.) über Wege zur Berufswahl.

Wie geht's nach der Schule weiter?

Berufsorientierungsmesse „Einstieg Karlsruhe“

6.5.13 – Was soll ich studieren? Welche Ausbildungsberufe gibt es? Über mögliche Studiengänge und Ausbildungsangebote konnten sich Besucher am vergangenen Freitag und Samstag auf der Studien- und Ausbildungsmesse „Einstieg Karlsruhe“ in der Messe Karlsruhe informierten. Die zehnte Messe „Einstieg Karlsruhe“ präsentierte sich laut Veranstalter mit dem größten Hochschulbereich im Südwesten, einer Bühne mit dem Schwerpunktthema „Studium“ und einem neuen Orientierungsbereich. Denn: Jugendliche aus dem Südwesten zieht es an die Hochschulen. Das ergab eine Umfrage unter den Besuchern der letztjährigen „Einstieg Karlsruhe“. Unter den rund 130 Ausstellern der Studien- und Ausbildungsmesse in der Messe Karlsruhe fanden sich allein über 50 Hochschulen und Universitäten.

Die Studien- und Ausbildungsmesse „Einstieg Karlsruhe“ begann mit der Podiumsdiskussion „Erfolg beginnt mit der richtigen Entscheidung – wie finde ich heraus, welcher Beruf zu mir passt?“ Drei Bildungsexperten diskutierten mit Moderator Tilman Strobel, Geschäftsführer der Einstieg GmbH, über den erfolgreichen Berufseinstieg für Schülerinnen und Schüler.
„Wir haben den besten Arbeitsmarkt seit 20 Jahren“, stellte Zenkner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, fest. “Die heutigen Jugendlichen sind eine begnadete Generation, ihnen stehen alle Türen offen.“ Er empfahl bei der Berufswahl nicht auf den Rat von Freunden und Familienmitgliedern zu hören, sondern in sich selbst hinein zu hören, und nach seinen eigenen Fähigkeiten und Interessen zu gehen. Es mache keinen Sinn, einfach Trends hinterherzujagen. „Wenn Sie sich entscheiden, haben Sie keine Panik vor falscher Entscheidung“, riet Zenker den Jugendlichen. Sich umzuentscheiden, sei kein Problem. „Es gibt im Berufsleben nicht "den" Weg, Sie können verschiedene Wege gehen“.

Selbst aktiv werden

Wichtig sei es, sich frühzeitig über die vorhandenen Möglichkeiten zu informieren. „Sie müssen selbst aktiv werden“, riet Stößer, Bildungsberater der IHK Karlsruhe. Eigeninitiative bei Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Jobsuche sei gefragt. Gute Informationsquellen böten das Internet, der Besuch von Jobinfomessen oder ein Gespräch bei der Berufsberatung, auch eine „Schnupperlehre“ von wenigen Tagen bei sei bei vielen Unternehmen möglich. Mit dem Projekt „Wirtschaft macht Schule“ habe die IHK Karlsruhe bisher rund 700 Vereinbarungen zwischen Betrieben und Schulen vermittelt.
Interessiert sich jemand für einen bestimmten Betrieb, muss er sich für das Unternehmen interessant machen. Durch Praktika habe man später gute Chancen auf eine Festanstellung bei dem jeweiligen Arbeitgeber. „Die Wege nach oben sind offen“, meint er. Gerade im technischen Bereich habe es Vorteile, ein Studium erst nach absolvierter Ausbildung zu beginnen.

Gute Chancen bei der Berufswahl

„Eine Studienwahl ist keine Berufswahl,“ erläuterte Wanner, Chief Higher Education Officer des KIT. Ein Studium qualifizierte meistens zu unterschiedlichen Berufen. Als beliebte Alternative zum klassischen Studium an der Universität haben sich in den letzten Jahren die Studienmöglichkeiten an den Dualen Hochschule entwickelt. „Gerade in Baden-Württemberg ist das Angebot der dualen Ausbildung so breit gefächert wie sonst nirgends in der Bundesrepublik“, berichtet Stößer. Für Zenker steht am Anfang der Berufsfindung die Frage: „Bin ich ein praktischer Typ oder ein theoretischer Typ?“ Gute Hilfestellungen bei der Berufsfindung böten die Berufsberatungen des Arbeitsamtes, die über viel Erfahrungen verfügen.
Wichtig für den zukünftigen Berufsweg sei es, ausgebildet zu sein, sich auf lebenslanges Lernen einzustellen und mit Energie und Systematik heranzugehen. „Viele Jugendliche würden von Ihren Chancen träumen“, sagte Zenker angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in europäischen Ländern.

rh