Einige der Inhaber der RWG-Schülerfirma „plant it!“ mit ihrem Seminarkursleiter Daniel Willemsen (4.v.li.) (Foto: M. Schneider)

„Rettet den Wald!“

Das JUNIOR-Unternehmen „plant it!“ des RWG nimmt diese Woche am Finale des Bundeswettbewerbs 2013 in Mainz teil

10.6.13 – „Bestes JUNIOR-Unternehmen 2013“ werden – kein geringeres Ziel gesetzt habe sich die 23 Schülerinnen und Schüler der Kursststufe 1 des Richard-Wagner-Gymnasiums (RWG) mit ihrer Schüler­firma „plant it!“ beim diesjährigen JUNIOR-Bundeswettbewerb des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Die erste Hürde auf diesem Weg haben sie bereits mit dem 1. Platz beim Landeswettbewerb in Stuttgart erfolgreich genommen.

Freude und Stolz über diesen Erfolg deshalb auch bei Schulleiter Reiner Krempel, der den Anspruch für die RWG-Schülerfirmen formuliert, „auch oben mitzuspielen“.  Vor allem aber zeigt er sich immer wieder erstaunt  über die neuen und kreativen Geschäftsideen seiner Schüler. Und mit diesen hat man, wie Seminarkursleiter und Initiator der Schülerfirmen am RWG Daniel Willemsen berichtet, von Anfang an immer zu den „Top Ten" beim Landeswettbwerb gezählt. Nach insgesamt drei zweiten Plätzen, stand man nun in diesem Jahr erstmals ganz oben auf dem Treppchen. Und nicht unterschlagen werden darf, dass die andere diesjährige RWG-Schülerfirma „Saftastic" auf dem zweiten Platz lan­dete. Bei rund 150 teilnehmenden Firmen eine beeindruckende Leistung der Schüler des Richard-Wagner-Gymnasiums.

Schülerfirmen sind Unternehmen auf Zeit, ihre Lebensdauer umfasst lediglich ein Schuljahr, dann werden die Geschäftsbücher wieder geschlossen. Zu Beginn steht im Seminarkurs regelmäßig die Diskussion über die Unternehmensidee. Dass dies in Richtung Umwelt gehen soll, darüber sei man sich schnell einig gewesen, sagt Marina Hensel, die mit zwei Mitschülerinnen für die Verwaltung der Firma verantwortlich ist. Und so lässt sich das Motto von „plant it!" einfach mit „Rettet den Wald!" beschreiben. Dafür bieten die Jungunternehmer zwei Möglichkeiten an: Einmal ein „Baumstarterset für Hobbygärtner" für sieben Euro, bestehend aus einem recyclebaren Blumentopf, Erde, Samen – wahlweise für eine Akazie oder einen Moringa –, einer kleinen Gießkanne und einer Pflegeanleitung. Wer keine Möglichkeit hat, einen eigenen Baum zu pflanzen, kann alternativ für fünf Euro ein „baumstarkes Zertifikat" erwerben. Für jedes gekaufte Zertifikat wird dann gemeinsam von „plant it!" und dem städtischen Forstamt ein Baum im Stadtwald gepflanzt.

Neben der Produktion müssen sich die jungen Firmeninhaber aber auch um Buchhaltung, Marketing oder Personalführung kümmern – wie bei einer richtigen Firma eben. Außerdem müssen von den wöchentlichen Sitzungen Protokolle verfasst werden und an das DIW Köln geschickt werden; zwei Aktionärsversammlungen im Laufe des Schuljahrs sind ebenfalls vorgeschrieben.  Das bedeutet recht viel Arbeit, die auch nach dem Unterricht nicht aufhört, wie Vorstandsvorsitzender Lukas Zoller berichtete. Im Wesentlichen in der Freizeit wurde auch der Messestand gebaut, mit dem bereits beim Landeswettbewerb ent­scheidend gepunktet werden konnte und der nun noch einmal optisch verbessert wurde.  

Die Hauptlast für den Bundesentscheid in Mainz liegt nun auf den Schultern von Melanie Ernst, Marina Hensel, Helena Jost, Jimmy Liao und Lukas Zoller: Sie müssen einen Sketch auf der Bühne aufführen, in dem die Firma vorgestellt wird, und der Jury ein rund zehnminütiges Interview geben. Außerdem werden der Geschäftsbericht, der Messestand und das Potenzial der Geschäftsidee bewertet. Mit 13 anderen JUNIOR-Unternehmen aus ganz Deutschland werden sie sich am Donnerstag in Mainz messen. Dem Bundessieger winkt dann die Teilnahme beim Europawettbewerb im Juli in London. 

Gewinnen werden die beteiligten Schülerinnen und Schüler aber in jedem Fall. Zum einen an praktischer Erfahrung in puncto Geschäftsführung einer Firma. Außerdem kann das Absolvieren des Seminarkurses das mündliche Abitur ersetzten. Und schließlich erhalten alle Seminarkursteilnehmer ein Zertifikat, das, wie Daniel Willemsen aus Erfahrung weiß, bei Bewerbungsgesprächen eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen kann. 

Michael Schneider

www.plant-it-rwg.de

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