R10c besucht das ehemalige KZ Struthof 

Gedenkstättenfahrt ins Elsass

27.6.13 – Später als ursprünglich geplant konnte die 10c der Haupt- und Realschule Iffezheim die Fahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof unternehmen, da im Frühjahr täglich mehrere Hundert zumeist Jugendliche dort zu Führungen und dem Besuch der Museen angemeldet werden. Deshalb lag die Behandlung dieses dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte im Unterricht auch schon einige Zeit zurück. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler war dennoch sehr groß.

Begleitet von Frau Margot Bitterwolf und Herrn Michael Twardon fuhr die Klasse in die Vogesen, ab dem Ort Rothau, an dem damals die Bahntransporte endeten, auf der teils von den Häftlingen gebauten Straße  hinauf zum Lager mit seinem Steinbruch, gelegen auf einer Höhe von 758 Metern.

Von Mai 1941 bis September 1944, als das Lager geräumt wurde, waren mehr als 50000 Häftlinge hier registriert, die allerdings zum Teil in den vielen zu diesem Stammlager gehörenden Außenlagern vor allem in Baden-Württemberg inhaftiert waren. Drei von ihnen befanden sich in Rastatt, Sandweier und Iffezheim.

Beim Gang über das Lagergelände konnten die Jugendlichen Einblicke in den grausamen Alltag der Gefangenen gewinnen, lernten das System der Strafen und Foltermethoden kennen und die Entmenschlichung, die mit der Abgabe des Namens, den eine Nummer und verschiedene auf der Kleidung angebrachten Symbole ersetzten, erfolgte. Der Arrestbunker, in dem es sogar Zellen gab, die eine Höhe von 1,30 m und ein Volumen von einem halben Kubikmeter  hatten, der Häftling also weder liegen noch stehen konnten, erschütterte die  Schülerinnen und Schüler, noch mehr aber Block 13, in dem grauenhafte medizinische Experimente durchgeführt wurden. Nebenan im Krematorium wurden die Leichen der Verstorbenen und Ermordeten verbrannt und die Asche in eine Grube gekippt. 40 Prozent, also mehr als 20.000 der Häftlinge in Struthof und seinen Außenlagern überlebte nicht. Der Galgen unterhalb der heutigen Museumsbaracke steht am historischen Ort, ist aber eine Rekonstruktion. Im Jahr 1944 sollen fast täglich Hinrichtungen stattgefunden haben. In den zehn Räumen des vor einigen Jahren neu konzipierten Museums konnten die Jugendlichen sich nicht nur über das KZ Struthof, sondern auch über die Außenlager und die großen Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka und Maidanek informieren. Mit einem kurzen Halt bei der ehemaligen Gaskammer, einige 100 m unterhalb des Lagers gelegen, endete der Besuch der Gedenkstätte, die einen nachhaltigen Eindruck bei den jungen Menschen hinterließ.

Nach einem zweistündigen Aufenthalt in Straßburg ging es wieder zurück nach Iffezheim. Wie es bereits eine schöne Tradition an der HRS ist, erhielt auch diese Klasse für die Fahrt einen großzügigen Zuschuss vom Förderverein der Haupt- und Realschule Iffezheim e.V.

Bericht: Margot Bitterwolf