vorne: Rainer Münz, Cordula Münchmeyer, Bernd Krause, Prof. Verena Effenberg; hinten: Leo Krischke, Jan Linders

Von Originalen und liebevollen Fälschungen

Aus knapp 100 eingereichten Arbeiten in vier Berufsgruppen haben Persönlichkeiten aus Theater, Schule, Wirtschaft und Hochschule die diesjährigen Preisträger des Baden-Baden Awards Event und Medien bestimmt

28.10.13, Baden-Baden – Auf die Idee, neben Styropor, Holz und Acryl auch Hausmüll für eine Plastik zu verwenden, muss man erst einmal kommen. Vor allem als Auszubildende in einem Beruf, der sich eher mit dem Kopieren berühmter Vorlagen beschäftigt. Die Mitglieder der Endjury des Baden-Baden Award Event und Medien 2013 waren von der Kreativität der ehemaligen Auszubildenden begeistert. Die Persönlichkeiten aus Theater, Schule, Wirtschaft und Hochschule hatten sich im IHK Haus der Wirtschaft getroffen, um aus den von den Vorjurys der einzelnen Berufsgruppen vorausgewählten Werken, die besten Arbeiten herauszusuchen. „In Zeiten von Barock und Rokoko haben junge Maler und Bildhauer nichts Anderes gemacht, seit sie zwölf Jahre alt waren. Umso bewundernswerter ist es, wenn Auszubildende im Beruf Bühnenmaler/Bühnenplastiker so etwas nach nur drei Jahren Lehrzeit fertig bringen“, kommentierte Bernd Krause, Fachlehrer an der Louis-Lepoix-Schule Baden-Baden. Was die Bühnenmaler betrifft, so konnte auch Jan Linders, Schauspieldirektor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, nur staunen.  „Die Arbeiten sind mehr als bloße Kopien, sie haben oft eine ganz eigene Note und eigene Akzente. „In Straßburg im Museum habe ich von Profis wirklich schlechtere Kopien gesehen als diese hier“, erklärte Linders.
 
Auch die Leiterin  des Bachelor-Studiengangs Maske an der Bayerischen Theaterakademie München, Prof. Verena Effenberg, war beeindruckt von den Arbeiten der Maskenbildner: „Man sieht, wie Leidenschaft und Liebe die jungen Menschen beflügeln.“ Sie bewunderte den Mut so mancher Arbeit. „Das ist doch schöner als wenn jemand lieblich was dahin nuschelt.“
 
Vom technischen Standard der Werke der Mediengestalter Bild und Ton waren sowohl der Wiener Opern- und Theaterregisseur Leo Krischke als auch Schauspieldirektor Linders angetan. „Gerade wenn man bedenkt, dass es sich nicht um Experimentalfilmer oder Filmstudenten handelt, sind die Filme hervorragend“, erklärten die Jurymitglieder. Rainer Münz, Leiter Sonderprojekte bei den Städtischen Bühnen Frankfurt, war von den Veranstaltungstechnikern ebenfalls sehr angetan. Ihn beeindruckten auch hier vor allem Kreativität und Eigeninitiative.
Was die Veranstaltungskaufleute betraf, so musste Cordula Münchmeyer, Geschäftsführerin des Industrial Theater, nun schon zum zweiten Mal auf eine Prämierung ihrer Berufsgruppe verzichten."Leider waren die Arbeiten entweder lieblos oder gar nicht aufbereitet, bzw. hatten keinerlei Eigenanteil.“ Sie appellierte an die Ausbildungsbetriebe, im Laufe der Ausbildung schon auf eine eventuelle Bewerbung hinzuarbeiten.
 
Über den Baden-Baden Award
Mit dem „Baden-Baden Award“ werden jährlich überragende Abschlussarbeiten frisch gebackener Bühnenmaler, Bühnenplastiker, Maskenbildner, Mediengestalter Bild und Ton, Veranstaltungstechniker und Veranstaltungskaufleute ausgezeichnet. Die Verleihung der Baden-Baden Awards 2013 wird am 6. Dezember, 18 Uhr, in der Akademiebühne der EurAka in Baden-Baden stattfinden. Veranstalter sind die Baden-Baden Award GmbH und die IHK Karlsruhe mit Unterstützung der EurAka Baden-Baden gGmbH, des SWR, des DTHG und des Theaters Baden-Baden.