Zwölf Fohlen und ein New York-Ticket

Verleihung der Baden-Baden Awards 2013

10.12.13, Baden-Baden – Die Fohlen auf der LED-Leinwand leuchteten in Andy Warhol-Tradition, die Redner-Pulte glichen den Campbell-Suppendosen, die Pop-Akademie lieferte das Showprogramm:  „Pop Art – The Art of Backstage“ lautete das Motto des nunmehr fünften Baden-Baden Awards Event- und Medien. Pop-Art, die Verknüpfung von Realität und Kunst, die mit eigenen abstrakten Mitteln arbeitet, bildete einen passenden Rahmen für die Würdigung der besten Absolventen der handwerklichen Kreativberufe aus der Theater-, Event- und Medienbranche. Die Werke der zwölf Preisträger waren aus den fast 100 eingereichten Arbeiten junger Bühnenmaler, Bühnenplastiker, Maskenbildner, Mediengestalter, Veranstaltungstechniker und  Veranstaltungskaufleute aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz für einen der drei Baden-Baden Awards in den jeweiligen Berufsgruppen ausgewählt worden.  Eine von IHK-Prüfern und internationalen Fachleuten besetzte Jury hatte im Oktober die Auswahl getroffen.

Die Laudatoren, allen voran Juliane Trempler, Projekt Managerin der Messe Berlin als Eröffnungsrednerin, Mathias Nacke, Chefmaskenbildner des Royal Opera House Covent Garden in London, der Wiener Regisseur Leo Krischke, Wesko Rohde, Technischer Direktor am Schlosstheater Celle und Daniela Schaudinn, Geschäftsführerin von A. Haussmann Theaterbedarf, überreichten die Preise in Form fünffarbiger von der Majolika Manufaktur gestalteter Fohlen zu den Rhythmen von DJ Lorenz Schimpf. Als krönenden Abschluss zog der Nikolaus höchstpersönlich noch den Namen eines der Preisträger aus seinem Sack. Der Glückliche war Veranstaltungstechniker Jens Freudenberger, der zuvor bereits den Sonderpreis der Firma Sennheiser in Empfang nehmen durfte und jetzt mit dem Sonderpreis der EurAka für eine Woche nach New York reisen darf.

Die prämierten Arbeiten reichten von Hobbit-Zwerg-Masken über Totenköpfe und Müllplastiken bis hin zu filmischen Einblicken in DDR-Gefängnisse und unerwartet rettende Unfälle. Trempler hob in ihren Eröffnungsworten die Bedeutung der „Backstage-Berufe“ hervor. „Die Kunst auf der Bühne ist für das Publikum sichtbar, was hinter den Kulissen passiert, ist  nicht offensichtlich. Es ist aber für das Gelingen einer Inszenierung, egal welcher Art, essentiell.“ Trempler bedauerte angesichts des größtenteils hohen Niveaus der Einreichungen, dass wiederum der Preis in der Kategorie „Veranstaltungskaufleute“ nicht vergeben werden konnte. „Die eingereichten Arbeiten haben den Qualitätskriterien der Jury nicht entsprochen. Der Grund dafür kann sein, dass für die Prüfung keine Projektarbeit einzureichen ist.“ Sie appellierte daher an  alle zukünftige Veranstaltungskaufleute, ihre Projekte umfassen zu dokumentieren und sich im nächsten Jahr mit ihren Arbeiten zu bewerben.

IHK-Präsident Wolfgang Grenke zeigte sich überzeugt davon, dass der Baden-Baden-Award die Attraktivität der dualen Ausbildungsberufe im Bereich Event und Theater steigert. „Zudem sind in den so genannten Kreativberufen die Leistungen sehr schwer mit den klassischen Schulnoten zu bewerten. Bei unserem Preis geht es darum nicht um Zeugnisse, sondern allein um Kreativität“, betonte der IHK-Präsident.

Anders als  die Preisträger, die sonst im Verborgenen wirken, waren die Studenten der Pop Akademie das Rampenlicht schon gewohnt: Die drei Bands DJ: Amsterdamn!, Jonny König, der seine witzig-gekonnte Vertonung von Stoibers Transrapid-Rede präsentierte und Sonah sowie der DJ Lorenz Schimpf sorgten in diesem Jahr für ein schmissiges Rahmenprogramm.  SWR3-Comedychef Andreas Müller führte in gewohnt witziger Art durch den Abend und machte auch als Udo Lindenberg und Nikolaus eine ausgezeichnete Figur.

Kai Jungrichter vom SWR Baden-Baden hat sich in diesem Jahr als einziger Preisträger aus  der TechnologieRegion Karlsruhe einen Platz unter den Besten erkämpft: Sein Film „Hypothesis-Was wäre wenn“ erhielt den ersten Platz in der Kategorie Mediengestalter Bild und Ton.

Veranstalter des Baden-Baden Awards sind die Baden-Baden Award GmbH und die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der EurAka, dem SWR, dem Fachverband DTHG und dem Theater Baden-Baden.


Wer die Preisverleihung verpasst hat, hat am 17.12. 2013 um 23:15 Uhr, Gelegenheit, sich die Höhepunkte des Events in einer Fernsehdokumentation auf EinsPlus anzusehen.

Kai Jungrichter