Die gesellschaftlichen Entwicklungen des digitalen Zeitalters stehen im Fokus einer Vortragsreihe im Wintersemester (Foto: Markus Breig, KIT)

Vortragsreihe: Online- und Offline-Gesellschaft

Das Colloquium Fundamentale am KIT widmet sich den gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Digitalisierung

30.10.14, Karlsruhe – unter dem Titel „Digitale Revolution = Digital Citizen?“ beschäftigt sich das Colloquium Fundamentale des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit den vielschichtigen Konsequenzen der Digitalisierung für unsere Gesellschaft. 
 
Wie hat sich unser aller Alltag, unser Gefühl für Zeit verändert, seit im Minutentakt neue Push-Nachrichten auf dem Smartphone erscheinen? Welche Auswirkungen hat diese ständige Erreichbarkeit auf unser Arbeitsleben? Verpasst die ältere Generation den Anschluss, wenn sie sich nicht mehr mit sämtlichen vermeintlich unverzichtbaren Innovationen beschäftigt? Nachdem das Colloquium im Sommersemester 2014 die technischen Grundlagen der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Recht und Wissenschaft erläutert hat, stehen im Wintersemester 2014/2015 die gesellschaftlichen Entwicklungen des digitalen Zeitalters im Fokus. Dabei sind auch Fragestellungen von Jaron Lanier im Vordergrund, der kürzlich mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde: So sollen die Chancen und Risiken der komplexen Virtuellen Realität kontrovers hinterfragt werden.
 
Neben Auswirkungen der digitalen Revolution auf Individuen möchte die Vortragsreihe auch auf Aspekte der Informationsbeschaffung und Medienmündigkeit eingehen. Darüber hinaus diskutiert das Colloquium, welche Konsequenzen die Digitalisierung auf unsere Debattenkultur und Demokratie hat, und ob digitale Plattformen unsere politische Partizipation befördern oder hemmen. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist das Phänomen des „Digital Divide“, das heißt der Kluft zwischen digital affinen und digital unerfahrenen Gesellschaftsschichten. Diese Kluft kann sich etwa zwischen den Generationen auftun, geografisch oder auch kulturell begründet sein. In einer Kooperationsveranstaltung mit der Juso-Hochschulgruppe am KIT geht es um das aktuelle Thema Daten- und Verbraucherschutz im digitalen Zeitalter.
 
Ziel der Colloquium-Reihe ist es, anlässlich des Wissenschaftsjahres „Die digitale Gesellschaft“ durch Vorträge, Streitgespräche und Podiumsdiskussionen einen aktuellen Einblick sowie eine facettenreiche Diskussion zu schaffen. Dabei leitend ist die Frage nach dem Digital Citizen und seinen Möglichkeiten zwischen Verantwortung, Partizipation und Beeinträchtigung.
 
Das Colloquium Fundamentale findet an den unten genannten Terminen im NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Gebäude 30.10, Engesserstr. 5 statt. Der Eintritt ist frei.
 
 
Termine und Referenten des Colloquium Fundamentale:
 
19. November 2014, 18.30 Uhr: Kooperationsveranstaltung mit der Juso-Hochschulgruppe Karlsruhe
„Schöne neue Datenwelt: Zwischen Kundennutzen und -risiko“
Ulrich Kelber, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz mit dem Arbeitsschwerpunkt Verbraucherschutz
 
11. Dezember 2014, 18 Uhr:
„Googelst du noch oder denkst du schon? Medienmündigkeit in Zeiten der Digitalisierung“

Prof. Markus Appel, Professor für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik, Universität Koblenz-Landau
Dr. Paula Bleckmann, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V., Arbeitsgruppe „Internet- und Computerspielabhängigkeit“
 
15. Januar 2015, 18 Uhr:
„Demokratie in der digitalen Welt“

Dr. Alexandra Borchardt, Chefin vom Dienst, Süddeutsche Zeitung
 
12. Februar 2015, 18 Uhr:
„Ungleichheit der Internetnutzung – Auswirkungen der digitalen Kluft auf die Gesellschaft“

Dr. Nicole Zillien, Vertretung der Professur für Soziologie (insb. Konsum- und Kommunikationsforschung), Universität Trier
 
Nähere Informationen zu Referenten und Vorträgen finden Sie online unter www.zak.kit.edu/colloquium_fundamentale.