Frau Großmann (Zweite von rechts) und Pate Michael Wirbitzky (rechts) bei der Verleihung des Titels an die Schulgemeinschaft

Zeichen gegen Rassismus und alle Formen der Diskriminierung

Das Gymnasium Hohenbaden darf nun offiziell den verliehenen Titel, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, führen

19.3.15, Baden-Baden – Am Samstag, 14. März 2015 überreichte die Landeskoordinatorin von Baden- Württemberg, Frau Leonie Großmann, im Beisein des Paten Michael Wirbitzky, dem Gymnasium Hohenbaden den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als sichtbares Zeichen überreichte sie den begleitenden Lehrerinnen, Petra Nobakht- Baader und Anja Rieger sowie der Initiatorin und ehemaligen Schülerin Jacqueline Rapp eine Metalltafel. Diese soll zukünftig am Eingang der Schule angebracht werden und den Geist der Schulgemeinschaft widerspiegeln.

Grundgedanke des bundesweit agierenden Netzwerkes ist, dass engagierte junge Menschen ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und alle Formen der Diskriminierung setzen. In ihrer Rede führte Frau Großmann aus, dass die über 1500 Schulgemeinschaften des Netzwerkes in Deutschland  sich mutig mit gesellschaftlichen Werten und Normen auseinandersetzen und gegen Unrecht und menschenverachtende Einstellungen einstehen. Nachdem aus der Schülerschaft des Gymnasium Hohenbaden im vergangenen Schuljahr die Idee in die Schulgemeinschaft hineingetragen worden war, setzte sich diese intensiv mit den Inhalten auseinander. Dieser Prozess endete dann in der mit großer Mehrheit verabschiedeten schriftlichen Verpflichtung, sich diesen Werten und dem Handeln zu stellen. In der Zukunft werden Schüler, Lehrer und Eltern neben den Zielen: Kultur des Hinschauens und keine Diskriminierung am HoBa, sichtbare Projekte nach außen tragen. Schön, dass SWR 3 Moderator Michael Wirbitzky der Schulgemeinschaft als Pate zur Seite steht. Wirbitzky berichtete, dass er als junger Moderator ein einziges Mal, nur aufgrund seines ausländisch klingenden Namens, Anfeindungen erfuhr. Dies schockierte ihn damals als jungen Menschen sehr und blieb ihm bis heute so in Erinnerung, dass er sehr gerne die Patenschaft für dieses Projekt übernimmt.

Dass die Verleihung des Titels zwei Tage nach dem 60. Todestag des ehemaligen Schulleiters Leo Wohleb erfolgte, passt wunderbar zum vorherrschenden Geist in der Schule. Die Schulgemeinschaft des ältesten Gymnasiums in dieser Stadt verpflichtet sich, ganz im Sinne ihres großen Schulleiters, die Stimme gegen Ungerechtigkeit zu erheben. Wie bekannt widersetzte sich Leo Wohleb vielfach während der Nazizeit dem damals vorherrschenden Ungeist. Die Schulgemeinschaft des Gymnasiums Hohenbaden setzt gerade in der heutigen Zeit hier ein wichtiges Zeichen. Die Verleihung ist laut Großmann kein Preis oder Auszeichnung sondern Verpflichtung.